Leben wie Robinson Crusoe in San Blas

Genau 5 Minuten und 27 Sekunden dauert die Umrundung unserer Insel in San Blas. Wir haben’s gemessen! Den Abschluss unserer Mittelamerika-Reise verbrachten wir auf einem winzigen Inselchen des San-Blas-Archipels in Panama. Und dort lebten wir ein wahres Robinson-Crusoe-Leben =)

San Blas_Panama

Die 365 Inseln liegen im Karibischen Meer und befinden sich im autonomen Gebiet von Comarca Guna Yala. Die San-Blas-Inseln werden von den Kuna, einer indigenen Ethnie Panamas, bewohnt und selbst verwaltet. Das macht schon die Anreise speziell: An einem Kontrollposten müssen die Pässe gezeigt werden und 20$ Eintrittstaxen bezahlt werden. Sowieso, in diesem Gebiet wird man sein Geld ziemlich schnell los, aber dazu später mehr…

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Unseren dreitägigen Aufenthalt auf der Insel Tuba Senika hatten wir im Voraus bei einem Veranstalter gebucht  – inklusive Anfahrt von Panama City, Übernachtung und Essen. Nach langer Recherche im Internet erschien uns dies als der einfachste Weg, obwohl es auch möglich ist, den ganzen Trip individuell und vor Ort zu buchen.

Jedenfalls wurden wir so ohne Probleme in Panama City von einem Jeep abgeholt, fuhren nach Carti und von dort per Boot auf die Insel. Unterwegs sahen wir bereits einige sehr dicht besiedelte Inselchen: Die Kuna leben auf den Community-Inseln in kleinen Hütten, die so eng aneinander stehen, dass vom tropischen Inselfeeling nichts mehr übrig bleibt. Ausserdem gehen ihre „Toiletten“ direkt hinaus ins Wasser… Die Community-Inseln machen also nicht gerade grosse Lust auf einen Besuch.

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Umso mehr dafür die vielen anderen paradiesischen Inseln. Auf unserer gab es zwei Unterkünfte: Kleine Hütten zwischen Palmen, darin nichts als ein Bett und der sandige Boden. Einfacher geht es wirklich kaum. Es gibt zwei gemeinschaftliche Toiletten, in denen man mit Eimern spülen muss sowie eine kalte Dusche. Stören tut dies aber niemanden, denn wer Luxus sucht, ist falsch in San Blas.

Tja, und was soll man nun tun auf solch einer kleinen Insel? Allzu viele Möglichkeiten gibt es nicht! Schnorcheln ist wohl die Hauptbeschäftigung der Touristen – entweder ein paar Meter vom Ufer entfernt im inseleigenen Riff oder dann per Bootsausflug. Denn jeden Tag können die paar Touristen, die gleichzeitig auf der Insel leben, eine andere Insel im Archipel besuchen. Empfehlenswert ist die Isla Perro, wo ein über und über mit Korallen bewachsenes Schiffswrack im Meer liegt.

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Ansonsten kann man um die Insel spazieren (wie gesagt, nach 5 Minuten ist dieser Spass auch schon wieder vorüber), frisches Kokoswasser schlürfen, Schmuck von den Kuna-Frauen kaufen, Sandburgen bauen und viel Fisch essen. Etwas anderes gibt es hier nämlich praktisch nicht: Fisch mit Reis zum Mittagessen und Abendessen ist Standard. Auf Bestellung gibt es allerdings auch Hummer oder King Crab. Etwas speziell sind die fixen Essenszeiten auf Tuba Senika: Um 7 Uhr gibts Frühstück, um 12 Uhr Mittagessen und um 17 Uhr (kein Witz!) Abendessen. Und ich sage euch, der Abend ist lang, wenn man um halb sechs fertig gegessen hat =) Gut gibts im „Kiosk“ Bier und Schokoriegel zu kaufen…

San Blas_Panama

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Nach drei Tagen Inselleben à la Robinson Crusoe ging es für uns zurück nach Panama City. Die drei Tage waren fantastisch und eine super Erfahrung, haben allerdings auch ausgereicht. Und sowieso gingen wir mit etwas gemischten Gefühlen von der Insel. Die Lebensweise der Kuna ist schon sehr speziell. So tragen die Frauen traditionelle Kleidung mit viel Schmuck und bemalten Gesichtern. Die Männer hingegen sind westlich gekleidet, schauen TV und drücken auf ihren Smartphones herum. Ich war mir auch nie ganz sicher, wie toll sie es nun finden, dass die Touristen ihre Inseln für sich entdeckt haben. Einerseits bedeutet es natürlich für die Kuna eine neue Einkommensquelle, andererseits ist durch den Tourismus auch ihre Lebensweise und vor allem ihr Lebensraum in Gefahr. Was würde zum Beispiel mit der fragilen Umwelt passieren, wenn immer mehr und mehr Menschen die Inseln besuchen wollten? Wohin kommt der ganze Abfall, kann das Abwasser weiterhin einfach ins Meer hinein fliessen?

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Die San Blas Inseln sind ein ungemein spannender Ort. Sie werfen allerdings auch einige Fragen auf – über die Lebensweise der Kuna und die Zukunft dieses Inselparadieses. Eines ist jedoch klar: Einen schöneren Ort, um eine Reise ausklingen zu lassen, ist wohl schwer auffindbar!

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Tipps für die San Blas Inseln
  • Am einfachsten lassen sich die Inseln mit einem Trip von einem der vielen Veranstalter buchen. Einfach nach San Blas Trip googeln und die Angebote miteinander vergleichen.
  • Wir verbrachten drei Nächte im Franklin’s Hostel auf der Insel Tuba Senika, die ich sehr empfehlen kann. Es hat viel Platz auf der Insel und die Hütten stehen nicht zu dicht. Das Essen ist nicht besonders toll, am besten kauft man sich in Panama City ein paar zusätzliche Snacks ein.
  • Zu den Kosten: In unserem Package waren die Jeepfahrten von Panama City nach Carti und zurück (70$), die Touristentaxen (20$), die Hafensteuer (2$) sowie Übernachtung mit allen Mahlzeiten (35$ pro Tag) inklusive (alle Preise pro Person). Es kommt also durchaus einiges zusammen, vor allem wenn man noch Schnorchelausflüge dazu bucht (15$), Hummer isst (20$) oder ab und zu ein Bier kauft… Aber: Das Erlebnis ist wirklich einmalig!

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Bisherige Beiträge von unserer Mittelamerika-Reise:

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