Roadtrip durch Albanien: Der Norden

Nach gut einer Woche, in der wir auf unserem Balkan-Roadtrip durch Italien, Kroatien, Bosnien und Montenegro gefahren sind, erreichten wir Albanien. Bisher ein weisser Fleck auf unserer Karte und daher waren wir besonders gespannt, was uns in diesem Land erwarten würde!

Von Montenegro her kommend überquerten wir beim Übergang Hani i Hotit die Grenze nach Albanien. Wie immer dauerte das Prozedere gegen eine Stunde: Zuerst in glühender Hitze in einer Kolonne stehen, dann Ausweise und Fahrzeugpapiere bei den montenegrinischen Beamten zeigen und anschliessend das Ganze von vorne beim albanischen Posten. Und wie wir es auch nicht anders gewohnt waren, schauten uns alle Beamten grimmig an. Grenzübergänge sind gar nicht unser Ding!

Der Shkodrasee im Norden Albaniens

Unser erstes Ziel war der Shkodrasee (auch Skutarisee), der im Grenzgebiet zwischen Montenegro und Albanien liegt. Aufgrund seiner Grösse – er ist neben dem Gardasee der grösste See Südeuropas – fühlten wir uns fast wie am Meer. Wir verbrachten eine Nacht im Lake Shkodra Resort. Und nein, das ist kein Luxus-Hotel, sondern ein Camping-Platz 🙂 Hier trafen wir erstmals auf die riesigen Wohnmobile, mit denen in Albanien einige Reisende unterwegs sind – teilweise sind sie mehr Lastwagen als Camper. Beeindruckend, aber mit so einem monströsen Ding möchte ich persönlich nicht unterwegs sein…

Pa Emer Camping

Auf dem Weg Richtung Süden machten wir einen Stopp bei der Ura e Mesit, einer alten Bogenbrücke aus dem 18. Jahrhundert. Das Flussbett war bei unserem Besuch im August leider ausgetrocknet, trotzdem war es ein schöner Zwischenstopp. Interessant war auch, wie verlassen die Sehenswürdigkeit war. Kein Mensch zu sehen und wir konnten die Brücke in Ruhe begehen. Ein Ort der zeigt, dass der Tourismus noch nicht überall angekommen ist…

Weiter ging es für uns in die Hauptstadt Albaniens, nach Tirana. Hier könnt ihr den Beitrag dazu nachlesen. Nach Tirana hatten wir erstmal wieder genug vom Grossstadtfeeling und es zog uns zurück ans Meer. Auf dem Camping Pa Emer, nahe der Hafenstadt Durrës, fanden wir ein kleines Paradies. Das Zelt konnten wir direkt am Meer aufstellen und so mit dem Rauschen des Meeres im Ohr einschlafen. Wunderbar!

Berat: Die Stadt der 1000 Fenster

Etwas weiter im Landesinnern befindet sich Berat, die Stadt der 1000 Fenster. Sie gilt als eine der schönsten Städte Albaniens – und das zu Recht! Berat hat uns extrem gut gefallen, die Stimmung dort war sehr entspannt und es gibt viel Schönes zu sehen.

Erst einmal lohnt sich der (etwas anstrengende) Fussmarsch auf die Festung, die heute immer noch bewohnt wird. Der Weg führt durch verschlungene Gassen. Ein Wunder, dass es die alten Mercedes – die es hier an wirklich jeder Ecke gibt! – schaffen, auf den glatten Pflastersteinen die steilen Wege hinter sich zu bringen. Von oben bietet sich einem ein tolles Panorama auf die bergige Landschaft. Gerade im Abendlicht lohnt sich ein Besuch: Dann sind auch die meisten Touristen schon wieder weg und es ist dann auch nicht mehr ganz so heiss.

Wieder unten schlenderten wir durch die typischen historischen weissen Häuser und beobachteten die Stadtbewohner beim Xhiro: Dem Spaziergang am Abend, der bei vielen Albanern ein festes Ritual ist. Für Berat habe ich noch ein Hotel- und ein Restaurant-Tipp: Das Hotel Osumi, welches sich in einem historischen Gebäude befindet, war eindeutig die schönste Unterkunft unserer Reise durch Albanien. Und im Restaurant Mangalemi haben wir köstlich gegessen. Eigentlich war hier wirklich alles perfekt, in Berat!

Mit dem Auto unterwegs in Albanien

Und wie ist es nun eigentlich, mit dem Auto durch Albanien zu fahren? Jedenfalls keine Hexerei! Klar, die Strassen befinden sich teils in einem wirklich schlechten Zustand. Man muss stets mit Schlaglöchern rechnen, dazu kommen Menschen und Tiere, die sogar mitten über Autobahnen laufen oder Ess-Stände, die gefährlich nahe an der Fahrbahn aufgebaut sind. Solange man stets wachsam fährt, ist das jedoch kein Problem und macht das ganze Erlebnis umso abenteuerlicher. Teilweise fühlte ich mich wegen der Kühe auf der Strasse wie in Indien – auf jeden Fall ganz weit weg von Europa.

Was wir auf unserem Roadtrip ausgelassen haben, ist der bergige Norden des Landes. Hier empfiehlt es sich ein Auto mit Vierradantrieb zu haben, da dort die Strassen teilweise sehr schlecht sein sollen.

Im nächsten Beitrag geht es weiter mit dem Süden des Landes.

 

Die bisher erschienenen Artikel unseres Balkan-Roadtrips:

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