Roadtrip auf der Halbinsel Chalkidiki

Nach dem Besuch der wundervollen Metéora-Klöster begann unser eigentlicher Roadtrip: Die Erkundung der im Norden Griechenlands gelegenen Halbinsel Chalkidiki mit ihren drei fingerartigen Landzungen. Die drei Finger der Chalkidiki unterschieden sich dabei wesentlich. Auf der ersten Landzunge namens Kassandra gibt es eine sehr gut ausgebaute touristische Infrastruktur mit vielen Hotels, Restaurants, Bars und weitläufigen Sandstränden. Kassandra ist im Norden recht eben und wird landwirtschaftlich intensiv genutzt, nach Süden zur Spitze der Halbinsel hin wird es etwas hügeliger.

Auf dem zweiten Finger, der den Namen Sithonia trägt,  wird die Landschaft rauer und felsiger – perfekt für Wanderungen. Die Küste hier ist vorwiegend eine Steilküste, die an vielen Stellen Buchten mit glasklarem Wasser aufweist. Sithonia war mein Favorit!

Die dritte Landzunge namens Athos ist die am touristisch wenigsten interessante – schon nur weil der Zutritt für die Hälfte der Menschen verboten ist! Und zwar hat dieser Finger einen besonderen Status als autonome Mönchsrepublik. Frauen ist der Zutritt verboten, nur wenige männliche Besucher pro Tag sind gestattet. Immerhin den 2033 Meter hohen heiligen Berg Athos kann man aus der Ferne bestaunen.

Der erste Finger der Chalkidiki: Kassandra

Von den Metéora-Klöstern fuhren wir in knapp vier Stunden ins kleine Dorf Afitos auf dem ersten Finger der Chalkidiki. Kleine hübsche Steinhäuser, die von duftenden Rosen und Jasminsträuchern umrankt sind beherrschen hier das Bild. Verlässt man den Dorfkern über ein paar steile Treppenstufen ans Meer hinunter, erwartet einen leuchtend türkisblaues Wasser. Kulinarisch hat Afitos einiges zu bieten: Viele Fischrestaurants reihen sich aneinander, jedes mit Blick aufs Meer – da hat man die Qual der Wahl!

Aussicht beim Mittagessen in Afitos

Sehr empfehlen kann ich das Oceanides, dort hatten wir den besten gegrillten Fisch unserer ganzen Reise. Und auch in der Exohiko Fish Tavern bekamen wir köstliches griechisches Essen aufgetischt: Den typischen griechischen Salat mit Tomaten, Gurken, Oliven und Feta, geröstetes Brot mit Olivenöl, eine Art gedämpfte wilde Kräuter, gegrillten Käse…

Von Afitos aus unternahmen wir einen Ausflug an den Wochenmarkt in Kassandria. Hier gibts köstliches Obst zu unschlagbaren Preisen, Leckereien wie Oliven, Käse und Gebäck sowie allerlei Kleider und Haushaltswaren. Weiter fuhren wir ins winzige Bergdorf Kassandrino (man muss echt aufpassen mit diesen Ortsnamen, klingt ja alles gleich!), um von dort eine Wanderung ans Meer zu unternehmen. Auffällig sind hier die kleinen Kirchlein, die immer wieder am Wegrand auftauchen. Hübsch!

Der zweite Finger der Chalkidiki: Sithonia

Nach zwei Tagen auf dem ersten Finger der Halbinsel Chalkidiki zog es uns weiter auf die Landzunge Sithonia. Diese konnten wir in einem Tag umrunden – all zu gross sind die Distanzen hier nämlich nicht. Wie es sich auf einem Roadtrip gehört, legten wir immer wieder Stopps ein. Zuerst hielten wir im Bergdorf Parthenonas. Dieses war einmal ganz verlassen und wurde erst in den letzten Jahren wieder langsam besiedelt und aufgewertet. Ein ganz hübscher Ort mit schönem Blick aufs Meer hinunter, aber auch alles andere als lebhaft.

Parthenonas

Unterwegs wurde die Strasse plötzlich von einer Ziegenherde blockiert. Dutzende von ihnen spazierten gemütlich über die Strasse, weiter hinten ging gemächlich der „Hirte“ – mit dem Smartphone am Ohr.

In Porto Koufo machten wir Pause fürs Mittagessen. Die grosse Bucht wird auch tauber Hafen genannt: Man hört nämlich nichts vom Meer und wähnt sich eher an einem ruhigen See. Der Strand hier lädt übrigens sehr zum Baden ein!

Porto Koufo

Hat man die Spitze der Landzunge erreicht, bietet sich einen ein toller Blick auf den heiligen Berg Athos. Immer wieder fährt man zudem an tollen Buchten und kleinen Orten vorbei. In Sarti gibt es beispielsweise hübsche bunte Häuschen. Und der Karidi Beach war der schönste, den wir in ganz Chalkidiki gesehen haben.

Der heilige Berg Athos – Zutritt für Frauen verboten
Karidi Beach

Übernachtet haben wir dann in Ormos Panagias. Von diesem Fischerort legen grosse Boote Richtung Athos ab. Auf Tagesausflügen kann man die Klöster vom Meer aus betrachten. Ansonsten hat der Ort nicht viel zu bieten. Gerade deshalb war es hier abends schön ruhig und sehr gemütlich.

Ormos Panagias

Der dritte Finger der Chalkidiki: Athos

Der Zutritt in die Mönchsrepublik war für uns zwar verboten, aber den obersten Abschnitt des dritten Fingers der Chalkidiki kann man dennoch besichtigen. Der ziemlich touristische Ort Ouranoupoli liegt an der Grenze zur Republik, hier kann man Blicke auf die kauzigen orthodoxen Mönche erhaschen, die auf dem Weg in die Klöster sind. Interessanter ist die Insel Amouliani, die von hier per Schiff erreicht werden kann. Bei schönem Wetter wäre dies ein toller Ort für Badeferien – nur war bei uns leider Regen angesagt…

Auf dem Rückweg nach Thessaloniki bietet sich ein Stopp bei den Überresten der antiken griechischen Stadt Stageira an. Dies soll der Geburtsort des Philosophen Aristoteles sein. Die Ruinen liegen sehr schön auf einem Felsen an der Küste. Bei schönem Wetter wäre eine Besichtigung allerdings spannender gewesen… Immer hin war der Eintritt umsonst 🙂

Über eine sehr gut ausgebaute Autobahn ist man dann im Nu wieder zurück in Thessaloniki. Sowieso: Das Autofahren in Griechenland war überhaupt kein Problem. Vielleicht hier ein Tipp, den man besser im Voraus wissen sollte: Auf den Autobahnen gibts keine Tankstellen! Es sind zwar welche angeschrieben, um sie zu erreichen, muss man jedoch die Autobahnausfahrten benützen, im Ort tanken und dann wieder zurück auf die Autobahn fahren. Wurde schon fast ein wenig knapp bei uns, bis wir das realisiert haben…

Unsere Route durch die Halbinsel Chalkidiki (ca. 460 Kilometer):

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