Kroatien: Nationalpark Plitvicer Seen

Eigentlich machten wir den Roadtrip durch Kroatien wegen den Plitvicer Seen. Denn das war das ursprüngliche Ziel der Reise. Mit der Zeit kamen dann immer mehr Orte, die wir sehen wollten hinzu, und der Nationalpark war noch ein Ziel unter vielen.

Trotzdem freuten wir uns dann natürlich besonders auf dieses Naturerlebnis. Von Rovinj fuhren wir zuerst Richtung Rijeka, danach durchs Landesinnere zum Nationalpark. Mit zunehmender Höhe nahm auch die Temperatur ab und plötzlich fanden wir uns in dichtem Nebel wieder. Damit hatten wir im heissen Kroatien nicht gerechnet!

Über kleine Strassen und durch verlassene Ortschaften ging die Fahrt weiter. Wir sahen einige zusammengefallene Häuser oder solche mit eingestürzten Dächern – beklemmende Spuren des Kroatienkrieges in den 90er-Jahren. Das graue und triste Wetter tat der Szenerie ihr Übriges…

Die Plitvicer Seen leuchten sogar bei bedecktem Himmel in kräftigem Blau

Gegen Abend erreichten wir das Autocamp Korana, welches ich sehr empfehlen kann. Als Besucher kann man sich selbst ein lauschiges Plätzchen suchen, parzellierte Stellplätze gibt es hier keine. Mit einem selbstgekochten Abendessen von unserem kleinen Grill ging dieser Tag früh zu Ende.

Schiffswrack

Denn am nächsten Morgen klingelte der Wecker früh: Wir wollten bei Öffnung des Parkes um 7 Uhr bereit sein. So gelang es uns auch den grossen Menschenmassen, die den Plitvicer Nationalpark täglich besuchen, grösstenteils zu entfliehen. Wir wählten als Ausgangsort den Eingang 1. Es gibt dann verschiedene Routen zur Auswahl, die allesamt gut ausgeschildert sind. Wir entschieden uns für Route C.

Im ganzen Nationalpark sind solche Holzstege ausgelegt

Schon nach wenigen Metern konnten wir zum ersten Mal einen Blick auf die leuchtend blauen Seen erhaschen. Doch des immer noch eher grauen Wetters ein toller Anblick! Über Holzstege führte der Weg dann entlang der Seen, zuerst zu einem grossen Wasserfall, dann über viele Stufen immer weiter hinauf. Insgesamt 16 Seen sind sichtbar, und alle sind kristallklar bis auf den Grund. Ein Teil der Route wird gemütlich per Schiff zurückgelegt (im Ticket inbegriffen). Aber auch sonst ist die Wanderung nicht allzu anstrengend. Da wir bereits um 7 Uhr in der früh gestartet sind, waren wir noch vor dem Mittag bereits am Ende der Route angekommen. Von da würde ein Shuttle zurück zum Eingang 1 fahren (ebenfalls im Ticket inbegriffen).

Wir entschieden uns jedoch, noch eine zweite Wanderung anzuhängen. Auf dieser Strecke trafen wir dann praktisch keine anderen Besucher mehr an. Wer also ruhige Natur sucht, wird auch während der Hauptsaison fündig. Der Weg führte jedoch grösstenteils durch Wald, was mit der Zeit etwas langweilig wurde. Und wir sahen leider weder Bär noch Hirsch – die leben nämlich hier im Nationalpark.

Baden ist leider verboten…

Ohne Bärenangriff kamen wir nach etwa 2h zurück zu unserem Ausgangspunkt. Der Nationalpark Plitvicer Seen hat uns mit seinen wunderschönen blauen Seen sowie den coolen Holzstegen überzeugt. Es empfiehlt sich jedoch, möglichst früh im Park zu sein. Bei unserer Rückkehr kamen wir auf den Stegen nur noch im Schneckentempo voran und die Leute standen Rücken an Rücken. So stellt man sich kein Naturerlebnis vor.

Wunderschöner Schmetterling

Der Eintritt kostet in der Hauptsaison für Erwachsene CHF 25, für Studenten CHF 15. Alle Infos zum Park: http://www.np-plitvicka-jezera.hr/de/

Swimmingpool-Blau soweit das Auge reicht

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