London im Winter: Kalt, aber nicht langweilig

Mitte Januar kam ich endlich dazu, Joli in London zu besuchen. Juhu =) Vielleicht nicht die beste Jahreszeit für stundenlanges Sightseeing, doch viel zu tun gibt es in London sowieso in jeder Jahreszeit.

London

Am Mittwochabend ging es direkt nach der Arbeit an den Flughafen. Ich muss zugeben, ich gehe wirklich gerne mit dem Koffer ins Büro, die Ferien scheinen dann immer schon ganz nahe… Jedenfalls fuhr ich nach 17 Uhr an den Genfer Flughafen, von dort gings mit Swiss nach London Heathrow und weiter in die gemütliche Wohnung von Joli mitten im Zentrum Londons. Die ganze Reise dauerte rund 7 Stunden – irgendwie ist man doch immer länger unterwegs als es anfänglich scheint.

An diesem Abend war dann nichts mehr zu machen. Joli holte mich an der Metrostation ab und schon bald gings ab ins Bett (oder auf die Luftmatratze besser gesagt).

Sightseeing in London: Einfach treiben lassen

Am nächsten Tag war Joli schon auf dem Weg zur Arbeit als ich es mir mit einem heissen Tee auf dem Sofa gemütlich machte. Von diesen Tees sollte es noch viele geben in den nächsten Tagen! Als erstes wollte ich einfach mal drauflos spazieren. Also ging es zum Buckingham Palace, durch den Green Park und über den Piccadilly Circus. Klassisches Touri-Programm eben!

Wache vor dem Buckingham Palace
Wache vor dem Buckingham Palace

Auf dem Weg zum Covent Garden Markt stiess ich per Zufall auf ein paar chinesische Schilder und befand mich plötzlich mitten in China Town. Das ist das Schöne, wenn man sich einfach treiben lässt: Man entdeckt immer wieder überraschende Orte!

Covent Garden
Covent Garden

Nach einem Kaffeestopp im Covent Garden fing es leider an zu regnen. Das war für mich das Zeichen, dass jetzt Shopping erlaubt ist. Ich entdeckte ein paar tolle Läden, zum Beispiel Oliver Bonas mit Kleidern, Accessoires und Einrichtungsgegenständen oder das schwedische und leicht freakige Label Monki haben es mir angetan. Ansonsten finde ich aber die ellenlange Shoppingmeile Oxford Street ziemlich anstrengend und voll von Billig-Ketten wie Topshop und Primark.

Nach einer kurzen Verschnaufpause machte ich mich auf ins Naturhistorische Museum. Nicht dass ich jetzt der absolute Wissenschafts-Fan wäre, aber: Erstens, es regnet, und zweitens, es war gratis. Und wie sich herausstellte, drittens: Es war super interessant! Das Museum ist wirklich riesig und beinhaltet von Saurierknochen über ausgestopfte Dodos aus La Réunion (ernsthaft!) bis hin zu Erdbebensimulatoren so ziemlich alles, was man nur in ein Museum reinkriegt. Hier könnte man locker einen ganzen Tag verbringen. Und der Museumsshop ist auch ganz toll, hier gibt es zum Beispiel Flamingo-Postkarten.

Dodo aus La Réunion!
Dodo aus La Réunion!
Naturhistorisches Museum in London
Naturhistorisches Museum in London

Abends gingen wir zu einem Japaner Sushi essen. Aber weil es den Rahmen dieses Posts sprengen würde, wenn ich jetzt noch alles über das fantastische Essen in London erzählen würde, kommt das in einem separaten Post (hier gehts zum Food-Guide!).

Typisch London: Afternoon Tea und Musical

Am nächsten Morgen begleitete ich Joli in aller Herrgottsfrühe und bei Eiseskälte zu ihrem Arbeitsort. Unglaublich, wie gefühlt jeder Businessman und jede Lady mit einem Becher Kaffee in der Hand rumläuft. Das gehört hier wohl zum Statussymbol. Nach einem kurzen Frühstück im Café, das sich innerhalb des riesigen Firmenkomplexes befindet, machte ich mich wieder auf planlose Sightseeingtour. Bei wirklich eisigem Wetter erhaschte ich einen Blick auf die Tower Bridge.

Eisiger Wind an der Themse
Eisiger Wind an der Themse
Tower Bridge
Tower Bridge

Danach verschlug es mich zum Monument. Für 4£ kann man die über 300 Stufen auf die 61 Meter hohe Säule bezwingen. Ein fairer Preis für das sonst so teure London! Von oben hat man einen tollen Blick auf die Tower Bridge und auch auf die vielen neuen Hochhäuser im Viertel City of London. Der Kontrast zwischen alt und neu ist hier immer wieder faszinierend. Leider kam dann ein Schneesturm auf und drohte mich vom Turm wegzufegen, also trat ich wieder den schwindelerregenden Abstieg an.

The Monument
The Monument
Blick vom Monument nach London City
Blick vom Monument nach London City

Um 16.30 Uhr traf ich mich mit Joli im The Wolseley zum Afternoon Tea. Das klingt nicht nur wunderbar, es war es auch. Aber mehr dazu im Food-Post. Mit vollem Magen ging es danach direkt weiter ins Musical. Richtiges London-Programm! Wir schauten uns im Novello Theatre, das 1905 eröffnet wurde, das ABBA-Musical Mamma Mia an. Es war voll bis auf den letzten Platz und die Stimmung echt gut. Beim Buchen am Vortag hat sich glücklicherweise gezeigt, dass man auch spontan noch eine grosse Auswahl an Musicals, Theatern und Ballett-Vorstellungen findet.

The Novello Theatre
The Novello Theatre

Notting Hill: Ein Traum in rosa und hellblau

Am Samstag spazierten wir von Jolis Wohnung aus der Themse entlang bis zum Borough Market. Hier gibt’s ganz viele Essenstände mit Essen aus der ganzen Welt. Eins vorneweg: Ich mag keine gesunden Backwaren. Wenn ich ein Brownie essen will, dann soll das ganz viel Zucker und Schokolade und Butter haben. Und nicht vegan und glutenfrei und laktosefrei und zuckerfrei und blablabla. Aber naja, abgesehen davon war es dort ganz toll.

Spaziergang der Themse entlang
Spaziergang der Themse entlang

Wegen der Kälte mussten wir uns bald in einer Kneipe bei einem heissen Tee aufwärmen. Danach wären wir eigentlich gerne in die Sky Bar des Hochhauses 20 Fenchurch Street gegangen, ein Gebäude, das auch unter dem Spitznamen „Walkie Talkie“ bekannt ist. Allerdings muss man da im Voraus seinen Platz buchen und an dem Tag war schon alles ausgebucht. Sowieso gibt es in London vieles, das man nicht einfach spontan besuchen oder machen kann. Das hat sich beispielsweise auch bei den Harry Potter Studios gezeigt, die für den ganzen Monat (!) restlos ausgebucht waren.

Immerhin ein wenig Harry: Im Leadenhall Market wurden Teile des ersten Harry Potter-Films gedreht
Immerhin ein wenig Harry: Im Leadenhall Market wurden Teile des ersten Harry Potter-Films gedreht

Dann ging es eben zum nächsten Programmpunkt, nach Notting Hill. Diese Gegend erhielt wurde berühmt durch den Film gleichen Namens mit Julia Roberts und Hugh Grant in den Hauptrollen. Jeden Samstag findet auf der Portobello Road ein Markt mit Antiquitäten und viel Ramsch statt. Der konnte uns nicht ganz überzeugen, da es doch mehr Ramsch als schöne Ware gab. Umso mehr gefielen uns dafür die pastellfarbenen Häuser, die es abseits des Trubels an der Portobello Road überall zu sehen gibt. So kitschig schön!

Notting Hill
Notting Hill

Für die Rückfahrt setzten wir uns für einmal in den Bus. Geht zwar länger als die Metro, dafür gibt’s mehr zu sehen.

East London: Alter Markt mit neuen Trends

Und schon war der letzte Tag meines verlängerten Wochenendes angebrochen. Bis zu meinem Abflug am Nachmittag blieb noch genügend Zeit für ein richtig leckeres Frühstück im Breakfast Club in East London. Hier lohnt sich übrigens noch ein Abstecher in den Old Spitalfields Market, wo in einer viktorianischen Markthalle Mode, Schmuck, Taschen und vieles mehr angeboten werden. Dazu kommen noch ein paar szenige Bars und Restaurants. Cool!

Fazit: London macht auch im Januar Spass. Auch wenn man wegen des nasskalten Wetters ein paar Teestopps mehr einlegen muss, als man das im Sommer tun würde. Aber langweilig wird es einem in dieser Stadt bestimmt nie!

Tipps

  • Gleich nach der Ankunft in London eine Oyster Card für die Metro kaufen (gibt’s auch am Automaten, falls die Schalter schon geschlossen sind). Ich habe mir am Flughafen in Heathrow 30£ draufgeladen und das ist für die 4 Tage fast genau aufgegangen. Die Karte gilt übrigens auch für die schönen roten Doppeldeckerbusse!
  • Es gibt in London viele Museen, die gratis sind. Neben dem Naturhistorischen Museum sind dies etwa das Museum of London oder das British Museum. So lässt sich Geld sparen!
  • Wer in ein bestimmtes Musical will, sollte besser vorbuchen. Es gibt aber auch für Spontanentschlossene eine grosse Auswahl an Tickets. Wobei die Preise hier schnell mal höher als 100£ werden – gerade bei Klassikern wie Lion King.

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