Lissabon, du Schöne!

Bei einer Reise nach Portugal darf ein Besuch der Hauptstadt natürlich nicht fehlen. Und so fand auch unser Roadtrip in Lissabon seinen würdigen Abschluss.

Eines vorneweg: Die drei Tage in der Stadt waren super und ich würde am liebsten sofort wieder dahin fahren. Doch am Anfang meinte es Lissabon nicht so gut mit uns…

Am frühen Abend kamen wir mit unserem Mietauto in der Hauptstadt an. Leider ging es da auch los mit dem Feierabendverkehr und wir standen ewig im Stau. Dann verpassten wir auch noch eine Abzweigung und mussten eine riesige Schleife fahren. Je näher wir dann gemäss dem Navi unserem vorgebuchten Hostel kamen, desto mehr merkten wir, dass es eine unglaublich schlechte Idee ist, mit dem Auto ins Zentrum hineinzufahren. Macht das ja nicht! Denn die Strassen sind sehr eng, sehr steil und es gibt praktisch keine freien Parkplätze – jedenfalls nicht um diese Uhrzeit. Nach stundenlangem (!) Rumkurven lagen meine Nerven hinter dem Steuer langsam blank. Einziges Ziel war nun, irgendwie wieder aus dem Labyrinth herauszufinden. Der grösste Glücksmoment des Abends: Ein Parkhaus mit freien Plätzen! Von dort liessen wir uns dann direkt mit einem Taxi bis vors Hostel chauffieren. Und was haben wir daraus gelernt:

  1. Das Mietauto besser in Lissabon abgeben, statt erst später am Flughafen. Dann muss man es nämlich gar nicht erst in der Stadt parkieren.
  2. Niemals mit dem Mietauto ins Zentrum von Lissabon fahren.
  3. Im Zentrum findet man auf gut Glück keine freien Parkplätze. Mussten wir schmerzhaft feststellen.
  4. Das Parkhaus im Zentrum kostete uns für drei Tage 60€. Das Geld kann man in der Stadt aber eindeutig für bessere Dinge ausgeben (Wein und Tapas zum Beispiel).
Tolle Aussicht aus unserem Zimmer im New Hub Hostel
Tolle Aussicht aus unserem Zimmer im New Hub Hostel

Danach sollte aber alles besser werden. Die erste Nacht in Lissabon verbrachten wir im Hostel Hub New Lisbon. Es ist in einem alten Gebäude untergebracht, riesig, geschmackvoll eingerichtet, aber auch eine ziemliche Partybude. Und das Frühstücksbuffet nicht gerade der Hit. Aber schlafen taten wir trotzdem super, was wohl auch an der stressigen Ankunft lag…

Torre de Belém
Torre de Belém

Am nächsten Tag kauften wir uns ein Ticket für einen dieser roten Touri-Busse. Damit fuhren wir zum Torre de Belém (inklusive riesiger Warteschlange – ob das wohl am Osterwochenende lag?). Dort schlenderten wir durch den Stadtteil Belém und liessen es uns natürlich nicht nehmen, die allerberühmtesten Pastéis de Nata auszuprobieren, die Pastéis de Belém. Und was soll ich sagen, es waren wirklich die besten der ganzen Reise! Lauwarm, cremig und mit einem Hauch Zimt bestreut – köstlich! Obwohl viele Leute vor der bekannten Bäckerei anstanden, war die Wartezeit kurz: Die Angestellten arbeiten nämlich blitzschnell.

Lissabon
Hier gehen täglich hunderte Pastéis de Belém über die Theke
Lissabon
Da die Pastéis de Belém am besten noch lauwarm gegessen werden, gibt es leider kein Bild davon…zu schnell waren die leckeren Dinge weg!

Mit dem Touribus tuckerten wir noch etwas weiter durch die Stadt, doch so richtig interessant war das nicht. Lissabon ist eine Stadt für Fussgänger, und zu Fuss machte es auch gleich viel mehr Spass. Bei Sonnenuntergang genossen wir die tolle Aussicht vom Miradouro de Santa Catarina aus – nicht ohne vorher noch eine der tollen historischen Strassenbahnen zu benutzen, die einem die steilen Hügel hinauffährt. Mit dem Elevador da Bica gelangt man übrigens bis fast direkt zum Aussichtspunkt.

Lissabon
Die historische Strassenbahn Elevador da Bica

Lissabon

Nach einem gemütlichen Apéro in den geschäftigen Strassen des Bairro Alto (hier könnte man stundenlang sitzen und die Passanten beobachten) assen wir im kleinen Restaurant Food & Booze pikante Seitan-Burger. Später genehmigten wir uns einen Mojito in einer kleinen Gasse voller Bars. Bezüglich Nachtleben hätte Lissabon wohl viel zu bieten. Doch dafür waren wir nach unserem Sightseeing-Programm zu müde.

Die folgenden zwei Nächte schliefen wir übrigens im Lost Inn Lisbon Hostel. Und das war das mit Abstand schönste Hostel in dem ich je geschlafen habe. Untergebracht ist die Unterkunft, die eher wie ein Boutiquehotel aussieht, in einem alten Herrenhaus mit hohen Decken, knarrendem Parkett und eleganten Säulengängen. Auch liegt sie zentral im Stadtviertel Chiado. 100-prozentige Empfehlung!

Am nächsten Tag regnete es leider. Doch wir wollten sowieso shoppen gehen, also kein Problem. Wir fanden viele coole Läden, von grossen bekannten Ketten bis zu kleineren Shops.

Lissabon

Highlight an diesem Tag war aber eindeutig das Essen (einmal mehr). Für den letzten Abend wollten wir uns etwas gönnen. Dafür gingen wir in das Tapas-Restaurant Taberna Tosca.

Wir bestellten gebratene Spargeln, unsere heissgeliebten Pimientos de Padrón, Ziegenkäse mit rosa Pfeffer und karamellisierten Zwiebeln, Oliven, marinierte Kartoffeln und eine Flasche Rotwein. Und es war einfach suuuper lecker. So könnte ich immer essen. Und nie mehr aufhören…

Das Stadtviertel Alfama
Das Stadtviertel Alfama

Den letzten Tag verbrachten wir im Stadtteil Alfama. Hier winden sich schmale Gässchen den Hügel empor, immer wieder entdeckt man schöne Aussichtspunkte mit Blick auf die Stadt. Das ganze Viertel ist sehr malerisch und überaus fotogen.

Das historische Tram mit der Nummer 28 ist leider immer ziemlich überfüllt von Touristen
Das historische Tram mit der Nummer 28 ist leider immer ziemlich überfüllt von Touristen

Lissabon

Lissabon

Am Mittag gabs noch ein leckeres Sandwich (mit getoastetem Brot, Avocado, Käse und Tomaten) auf dem prachtvollen Praça do Comércio. Hach, am liebsten nie mehr weg von hier, war mein letzter Gedanke. Auf jeden Fall war das nicht das letzte Mal Lissabon!

Lissabon
Praça do Comércio
Lissabon
Praça do Comércio

Die weiteren Beiträge unseres Portugal-Roadtrips findest du hier: Porto, von Aveiro bis Óbidos, von Sintra an die Algarve.

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