Dschungel-Trip mit Krokodil und Faultier

Eines der grössten Highlights unserer Mittelamerika-Reise war der Besuch des Corcovado-Nationalparks im Südwesten Costa Ricas. Der Park liegt im westlichen Teil der Halbinsel Osa und ist einer der besterhaltenen Regenwälder des Landes.

Corcovado_CostaRica

National Geographic bezeichnete die in den Pazifik ragende Halbinsel als den biologisch vielfältigsten Ort der Welt! Hier gibt es keine Strassen, nur kleine und schlammige Pfade schlängeln sich durch das grüne Dickicht.

Schon nur die Anreise ist ein Abenteuer: Ab Sierpe fährt zwei Mal täglich ein Boot nach Drake Bay (auf spanisch Bahía Drake). Die ca. einstündige Fahrt führt durch einen Mangrovenwald hinaus aufs offene Meer und von dort in die abgelegene Bucht zum Dorf Agujitas.  Drake Bay gehört zwar noch nicht zum Nationalpark, ist aber auch ein wunderschöner Ort – besonders die Sicht aus unserer Lodge war einfach atemberaubend…

Blick von unserem Balkon im Las Cotingas
Blick von unserem Balkon im Las Cotingas

Am nächsten Tag stand der Besuch des Corcovado-Nationalparks auf unserem Programm. Im Dorf gibt es ganz viele Tour-Anbieter, die aber alle etwa dasselbe anbieten: Tagesausflüge von etwa 8 Stunden in den Park. Dafür bezahlten wir 90$ – ganz schön teuer. Aber wir haben die Tour keine Sekunde bereut.

Um 6 Uhr morgens brachte uns ein kleines Boot in einer welligen Fahrt zum Park. Schon unterwegs ein erstes Highlight: Ein Buckelwal-Weibchen mit seinem Jungen! Nach einer Stunde erreichten wir den Park. Durch immer stärker werdenden Regen stapften wir nun durch den Dschungel. August ist eben Regenzeit und daher sind wir das Risiko von nassem Wetter eingegangen… Nach einer kurzen Pause in der Rangerstation Sirena hörte es glücklicherweise auf zu regnen.

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Nun sahen wir ein Tier nach dem anderen: Totenkopfäffchen, Aras, Pekaris (Nabelschweine), ein riesiges Krokodil, Leguane… Nur mit dem Tapir wollte es nicht klappen – unser Guide meinte nämlich ständig, einen riechen zu können.

Corcovado_CostaRica

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Sowieso, das Gespür unseres Guides Javier war erstaunlich: Mit seinem Fernrohr entdeckte er jedes noch so gut versteckte Tier. Wir selbst hätten wohl kaum eines davon entdeckt… Es ist also wirklich von viel Wert, mit einem Guide im Nationalpark unterwegs zu sein.Corcovado_CostaRica

Mein absolutes Highlight folgte ganz zum Schluss, als ich die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte: Ein Faultier! Hoch oben in einem Baum hing es an einem Ast und kratzte sich den Bauch. Ein Glückstreffer =)

Tipps für Drake Bay und den Corcovado-Nationalpark
  • Als Unterkunft kann ich das Las Cotingas empfehlen. Hier bekommt jeder Gast ein eigenes Bungalow mit Terrasse und Sicht über die ganze Bucht. Traumhaft schön…
  • Die Tour in den Corcovado-Nationalpark kann bei verschiedenen Anbietern im Dorf Agujitas gebucht werden. Der 8-stündige Tagesausflug kostet 90$ pro Person, inklusive Anfahrt mit dem Boot, Parkeintritt, Guide und Lunchpaket.
  • In Agujitas läuft abends wenig bis gar nichts. Es gibt ein paar gute Restaurants (die Gerichte mit Meeresfrüchten waren allesamt lecker, z.B.  Ceviche: roher Fisch an Limettensaft, Chili und Koriander). Ausserdem gibt es zwei Mini-Supermärkte, die einem mit allem Nötigen versorgen.
Corcovado_CostaRica
Ceviche
  • Insgesamt ist die Gegend ziemlich teuer. Unterkünfte sollten besser im Voraus gebucht werden, da es nicht allzu viel Auswahl hat und man wirklich ab von jeder Zivilisation ist.
  • Es lohnt sich auch einen Tag ohne Tour in Drake Bay einzuplanen: Schon im Dorf selbst bekommt man einige Tiere zu Gesicht: Aras fliegen vorbei, Affen turnen durch die Bäume und Leguan sonnen sich auf Ästen. Ausserdem erreicht man auf einem abenteuerlichen Spaziergang (mit Hängebrücke!) ein paar schöne und verlassene Strände. Die Gegend ist echt ein Paradies!

Corcovado_CostaRica

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