Bergwochenende beim Aletschgletscher

Wenn ich mich für eine Jahreszeit entscheiden müsste, wäre es ganz klar der Sommer. Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als laue Sommerabende am See, an denen es erst gegen 10 Uhr dunkel wird. Warum sollte ich also, wenn es endlich einmal heiss ist, in die Berge gehen, um mir einen Gletscher anzusehen?Weil es unglaublich beeindruckend ist, neben dem Aletschgletscher, dem grösstem Gletscher der Alpen, zu stehen – deshalb!

An einem heissen Juniwochenende war es endlich soweit, zwei Tage in der Aletschregion standen auf dem Programm. Es sollte ein Wochenende der Kontraste werden: Eine Nacht auf dem Zeltplatz im Fiesch, eine Nacht im modernen Boutiquehotel Onya Resort & Spa in Bellwald. Eisige Windstösse neben dem Gletscher, drückend heisse Luft auf den Feldwegen durchs Tal. Ein beinahe wolkenloser Himmel am einen, regenverhangene Wolken am anderen Tag.

Gondelbahn auf die Fiescheralp

Gletscherweg Aletsch

Um den Aletschgletscher von seiner schönsten Seite zu sehen, wählten wir eine klassische Wanderroute: Den Gletscherweg Aletsch. Da wir die Nacht in Fiesch auf dem Camping verbracht hatten, starteten wir die Route auf der Fiescheralp. Von dort ging es auf einem schönen Panoramaweg bis zum Tälligrattunnel.

Wanderung durch den Tälligrattunnel

Der Tälligrattunnel ist ein ehemaliger Stollen, der ursprünglich zur Entwässerung des Märjelensees im gebaut wurde. Heute führt ein Wanderweg durch den etwa 1 Kilometer langen Tunnel. Die Begehung ist zu Beginn noch ganz lustig, wird dann aber immer kälter und am Schluss waren wir ganz froh, wieder draussen zu sein!

…natürlich schon nur deshalb, weil wir nun endlich einen Blick auf den Gletscher erhaschen konnten! Ein wirklich beeindruckender Moment, den man sich gönnen sollte, so lange es den Gletscher noch gibt…

Der Grosse Aletschgletscher ist der flächenmässig grösste und längste Gletscher der Alpen. In seinem Hochstadium um die Mitte des 19. Jahrhunderts erstreckte sich der Aletschgletscher noch rund 2,5 km weiter talabwärts. Aufgrund der allgemeinen Erwärmung seit etwa 1870 hat er massiv an Volumen eingebüsst und dabei Flächen von mehreren Quadratkilometern Grösse freigegeben. Das Gebiet des Grossen Aletschgletschers ist zusammen mit dem Aletschwald und den umliegenden Regionen seit 2001 Bestandteil des UNESCO-Weltnaturerbes Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch.

Nach dem Tälligrattunnel wird die Wanderung immer anstrengender. Besonders das letzte Stück zur Bergstation des Bettmerhorns ist steil und erfordert viel Trittsicherheit. Doch die fantastische Umgebung entschädigt einem für alle Strapazen 🙂

Auf der Bettmeralp erwartet einen dann ein kitschiger Blick mit kleiner Kapelle – und bei der Bäckerei ein wohlverdientes, hausgemachtes Eis!

Bettmeralp

Die zweite Nacht verbrachten wir im Onya Spa & Resort in Bellwald, das letzten Dezember neu eröffnet wurde. Die Zimmer sind hell und modern, das Spa perfekt nach einem anstrengenden Wandertag und das Essen im hoteleigenen Restaurant sehr lecker. Wer sich etwas Gutes tun will, ist hier richtig! Bellwald ist sowieso einen Zwischenstopp wert, das Dorf scheint einem Museum zu entstammen…

Bellwald

Wanderung über die Goms Bridge

Den nächsten Tag gingen wir gemütlich an. Via der 280 Meter langen Goms Bridge führte uns der Weg zurück nach Fiesch. Die Brücke ist zwar weniger bekannt als die Hängebrücke nahe der Riederalp, die über die Ausläufer des Aletschgletschers führt. Dafür aber mehr als doppelt so lang! 

Tipp: Für ein solches Wanderwochenende empfiehlt sich der Wanderpass Aletsch +. Ein Tag kostet mit Halbtax pro Person 30, für zwei Tage 36 Franken. Inbegriffen ist die freie Fahrt mit allen Bahnen der Aletsch Riederalp Bahnen AG, Bettmeralp Bahnen AG und Luftseilbahnen Fiesch-Eggishorn AG sowie auf der Zugstrecke Mörel – Betten Talstation – Fiesch – Fürgangen. Mehr Infos hier.

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